Foto: Ines Borchart 2017
Neues Projekt: Ich erstelle Fibeln. Sowohl für Paare, als auch für Paartherapeut_innen. Bilder sagen so viel mehr als Worte.
Hier ein Beispiel – Viel Spaß!
Die Liebesblogger
Foto: Ines Borchart 2017
Neues Projekt: Ich erstelle Fibeln. Sowohl für Paare, als auch für Paartherapeut_innen. Bilder sagen so viel mehr als Worte.
Hier ein Beispiel – Viel Spaß!
Foto: Ines Borchart 2017
Formulierungen sind unglaublich wichtig. Natürlich verläuft ein Gespräch ganz anders, wenn ich meinen Lieblingsmenschen nicht einfach mit meinem Frust und meinen Klagen über sein Verhalten überfalle. Sondern wenn ich bereit bin, mich zu beruhigen und freundlich zu fragen, wann dieser Mensch Zeit hat, mit mir über etwas zu sprechen, was mir wichtig ist. Und eine meiner Lieblingsformulierungen, falls meine Bitte auf Ablehnung stößt („jetzt nicht!“), lautet: „Alles klar. Wann dann?“
Ich habe da mal eine Frage: Früher bin ich keinem Konflikt aus dem Weg gegangen, aber jetzt, mit Mitte 40, vermeide ich Streitereien lieber – im Job wie in der Beziehung.
In jeder Beziehung kommt es irgendwann zu Interessenskonflikten. Sehr früh im Leben hat jeder Mensch einen Weg entwickelt, damit umzugehen. Je nachdem, wie die Eltern und andere wichtige Menschen der Umgebung reagiert haben, waren bestimmte Verhaltensweisen erfolgreicher als andere. Quengeln, weinen, diskutieren, Vorwürfe … was sich bewährt hat, wird beibehalten. Sogar, wenn im Erwachsenenalter diese Konfliktlösungsstrategie schon lange nicht mehr passt oder gar zu Problemen führt.
Ich lebe in einer Fernbeziehung. Wenn wir uns sehen, bin ich die Aktive, die auf ihn zugeht und Körperkontakt sucht. Ich kann gar nicht anders, weil er mich so anzieht 😉
Vor kurzem stellte eine Kollegin einen Fall vor. Es ging um ein Paar. Der Mann hatte vor vier Jahren eine Affäre gehabt. Die Frau hatte sich trotz Schmerz gegen eine Trennung entschieden, und die beiden waren einander als Paar wieder sehr nahe gekommen. Trotzdem kam es immer wieder zu Schwierigkeiten, aktuell, weil die Ex-Geliebte seit einiger Zeit nur wenige Straßen weiter wohnte.
Ich habe da mal eine Frage: Wir sind vier Jahre zusammen, streiten manchmal, oft ist es sehr still zwischen uns. Wie erkenne ich, ob es Liebe oder Gewohnheit ist?
Würde es denn einen Unterschied machen, wenn es statt Liebe Gewohnheit wäre? Oder würde es die Gewohnheiten durcheinander bringen, wenn es immer noch Liebe ist? Und würden Sie sich die Frage überhaupt stellen, wenn Sie zufrieden damit sind, wie es ist – ganz gleich was Sie mit Ihrem Liebsten (oder Ihrer Liebsten) verbindet? Oder ist etwa genau das Fehlen von Wünschen so schwierig für Sie?
Diese Frage stellen mir meine Kolleg*innen immer wieder. Und ich beobachte in meinen Paartherapiefortbildungen regelmäßig, dass in den Rollenspielen diejenigen, die das Paar spielen, mit großen Vergnügen streiten. Sie pflaumen einander an, teilen Seitenhiebe aus, machen dem anderen Vorwürfe oder hören einfach nicht auf sich zu rechtfertigen. Dabei lassen sie sich von der Rollenspieltherapeut*in überhaupt nicht stören, der/die anfangs immer wieder versucht zu unterbrechen, bis diese*r schließlich hilflos dabei sitzt und keine Antworten auf wirklich gute und hilfreiche Fragen bekommt.
Ich hab da mal eine Frage: Mein Mann, 50, fantasierte auf einer Party mit anderen Männern darüber, wie es wohl wäre, mit einer 20-Jährigen zusammen zu sein. Alles Spaß, sagt er, und findet es übertrieben, dass ich das verletzend finde. Martina, 48
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