Die Liebesblogger

Niemand von uns möchte die Nummer Zwei sein

Seit zehn Jahren bin ich (47) mit einem Mann zusammen, der 40 Kilometer entfernt wohnt. Wir haben beide ein Haus und konnten uns all die Jahre nicht auf einen gemeinsamen Lebensmittelpunkt einigen. Mir fehlt der gemeinsame Alltag mit ihm. Als ich zuletzt bereit war mich zu trennen, wenn es keine Lösung gibt, wollte er doch mit mir zusammenziehen. Ich kann es kaum glauben.

 

Ganz ehrlich: Ich auch nicht. Sie sind beide sehr eng an Häuser gebunden. Das ist bei der Partnersuche immer ein Problem. Leider. Warum werden manchen Menschen Häuser wichtiger als ein neuer Partner oder eine neue Partnerin? Vermutlich muss man Immobilienbesitzer sein, um das zu verstehen. Es entsteht eine enge emotionale Bindung an das Haus – und in manchen Fällen ist diese Bindung am Ende enger als die an einen Partner oder eine Partnerin. Das fühlt sich für Sie nicht gut an. Sie sind die Nummer zwei. Nach einem Haus. Für eine Beziehung ist das ein Problem. Niemand von uns möchte die Nummer Zwei sein, sondern an erster Stelle stehen.

Ein Paar muss sich ein Nest bauen, ein gemeinsames Nest. Häuser in denen man üblicherweise schon mit der Vorgängerin oder dem Vorgänger gewohnt hat, eignen sich hierfür in vielen Fällen nicht. Da spukt zu viel Vergangenheit herum und drückt auf die Stimmung. Zudem ist es immer ein stückweit ungerecht, wenn einer sein Haus aufgibt und zum anderen zieht. Was bleibt ist – die Suche nach einem neuen Lebensmittelpunkt. Einem gemeinsamen Nest. Aus meiner Sicht war das schon nach ein oder zwei Jahren die beste Lösung für Sie beide.

 

Was steckt hinter dem Streit um den Wohnort?

 

So weit, so gut. Das hat bei Ihnen allerdings volle zehn Jahre lang nicht geklappt. Er wollte nicht zusammenziehen. Erst Ihre Bereitschaft zu gehen, hat zu seinen Entschluss geführt. Ich vermute, da steckt mehr dahinter. Was mich ebenfalls in diese Richtung denken lässt, das ist der sehr geringe Abstand zwischen ihnen beiden Wohnorten. Vierzig Kilometer. Das ist sehr leicht zu überbrücken. Ist es das aber nicht, dann kann es gut sein, dass es noch ganz andere Dinge gibt, die zwischen Ihnen beiden stehen.

Deshalb sollte Sie sich mehr Fragen stellen als die nach dem gemeinsamen Nest. Wie sehr war Ihr Partner in all der Zeit wirklich für Sie da? War er bereit Ihnen zuzuhören, wenn Sie jemanden brauchten? Bekamen sie Unterstützung, wenn es für Sie wichtig war?

Eine wichtige Regel für eine Partnerschaft lautet: Es zählen die Taten, nicht Worte. Man kann noch so oft „Ich liebe dich“ sagen – was mehr zählt als das liebevolle Wort, das ist das liebevolle Verhalten. Darauf sollten Sie achten – auch wenn es bei Ihnen doch zu einer Trennung wird. Und Sie neu suchen müssen.

 

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2 Kommentare

  1. Kati

    Hallo und ein schönen Sonntag Morgen,

    Ich habe mir Interesse den Artikel gelesen. Ja ich denke auch, das Taten mehr zählen als Worte. Und das ist meine Frage: was wenn es keine liebevollen Worte sind, die in der Partnerschaft fallen? Nein Mann beschimpft mich, hat böse Worte 🙁 aber seine Taten sind wohlwollend und nett. Das fühlt sich aber nicht gut an. Schlechten Worte, gute Taten??? Und ich kenne auch einigen Menschen (alle über 50) die bleiben lieber in ihren Eigentumswohnungen und führen solche Beziehungen, wie im Artikel beschrieben. Vielen Dank und liebe Grüße.

    • Christian Thiel

      Wie traurig! Beschimpfungen und böse Worte gehören nicht in eine Partnerschaft. Auch Worte sind Taten. Und Worte verletzen.
      Ich kann Ihnen nicht raten, das Verhalten Ihres Mannes so hinzunehmen. Verwahren Sie sich mit deutlichen Worten dagegen. Deutliche Worte meint nicht auch schimpfen sondern immer wieder klar sagen „Ich möchte das so nicht!“. Manche Männer ändern erst etwas wenn sie wissen, ihre Frau würde sich tatsächlich trennen weil es so nicht mehr weiter geht.

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