Ich habe da alle eine Frage: Immer wenn ich (28) eine Freundin mit zu meinen Eltern nehme, macht meine Mutter sie anschließend schlecht. Die eine ist ihr zu hübsch und gut aussehende Frauen gehen ihrer Meinung nach gerne fremd. Die nächste hat geraucht und einmal hat es sie gestört, dass sie ihr nicht beim Abwaschen geholfen hat. Mein Eindruck ist: Keine kann es ihr Recht machen. Was soll ich nur tun?

 

Von manchen Problemen nimmt man an, dass es sie gar nicht mehr gibt. Und dann stellt man fest: Es gibt sie doch noch. So wie ihres. Gibt es heute noch Eltern, die ihren Kindern reinreden, wen sie sich als Partner oder Partnerin wählen? Wir alle neigen dazu zu glauben, dass hätte nachgelassen – hat es aber nicht. Warum?

Viele Paare haben heute nur noch ein oder zwei Kinder. Und bei denen soll dann aber auch wirklich alles perfekt laufen. Und so reden Eltern ihren Kindern rein. Es kommt noch ein zweiter Grund hinzu: Oft wollen Eltern heute unbedingt mit ihren Kindern sehr gut befreundet sein: Die Kinder sollen ihnen alles erzählen – auch was ihr Liebesleben angeht.

Und genau an der Stelle geben Sie Ihrer Mutter alle Macht in die Hand, über Ihr Liebesleben mit zu entscheiden. Wen Sie als Freundin haben – oder ob Sie überhaupt eine Freundin haben oder nicht lieber einen Freund – das entscheiden ganz alleine Sie. Und sonst niemanden. Es geht um Ihre Zukunft. Nicht um die Ihrer Mutter.

Es kommt in Ihrem Fall noch ein weiteres Problem hinzu: Zwischen Müttern und ihren Schwiegertöchtern gibt es oft ein hohes Maß an Eifersucht. Es kann eben nur eine Frau in Ihrem Herzen die erste Stelle einnehmen. Ihr Mutter möchte diese Stelle scheinbar gerne weiter ausfüllen. Aber jede Frau an Ihre Seite, wird genau das nicht wollen. Sie will die Nummer eins sein. Und damit hat sie recht.

Ich würde Ihnen also zunächst einmal raten, Ihr Liebesleben in Zukunft nur noch mit Ihren besten Freunden zu teilen – aber nicht mit Ihrer Mutter. Es geht sie nichts an. Punkt.

Ich würde Ihnen zum zweiten raten, keine Freundin mehr mit zu Ihren Eltern mitzunehmen. Sie sehen ja, wozu das führt. Lassen Sie es einfach. Genießen Sie das Leben – mit wem auch immer Sie gerade zusammen sind. Sie darf rauchen, sich die Fingernägel lila lackieren und abwaschen muss sie auch nicht.

Sobald Sie mal ernsthaft darüber nachdenken, Ihre Freundin zu heiraten – dann erzählen sie auch das bitte Ihren Freunden. Die werden sich mit Ihnen freuen, oder auch nicht. Ihrer Mutter aber erzählen Sie das alles erst, wenn es feststeht. Es ist Ihre Entscheidung. Nicht die Ihrer Mutter. Ihre Mutter hat Ihre Entscheidung nicht zu kommentieren– sondern zu akzeptieren.

 

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