Ich habe einen Mann kennengelernt, der viele Jahre in einer sehr zerrütteten Ehe gelebt hat. Nun ist er endlich soweit, sich aufgrund der entstandenen finanziellen Verhältnisse und dem Alter seiner 2 Kinder von der Frau zu trennen. Mein Problem: Er hat in all den Jahren soviel Frust angesammelt, dass „das Fass beim kleinsten Tropfen überläuft“, wenn es um das Thema Beziehung oder Kritik geht. Ich denke, man muss auch konstruktiv miteinander streiten können bei Meinungsverschiedenheiten, die ja zwangsläufig auftreten.

 

Jeder von uns nimmt seine eigenen Probleme mit in die nächste Partnerschaft. Das gilt für Sie. Das gilt auch für Ihren neuen Partner. Wenn er sehr lange in einer unbefriedigenden Beziehung verblieben ist, dann hat das nur vordergründig objektive Gründe, die Umstände also. In Wahrheit steht immer auch ein Charakter dahinter, sein Charakter. Er ist ja freiwillig in dieser Beziehung verblieben. Warum eigentlich?

Die allermeisten Menschen bringen ihre wichtigsten Verhaltensmuster in Bezug auf die Liebe aus ihrer Herkunftsfamilie mit. Gut möglich, dass Ihr neuer Partner dort wenig gelernt hat darüber, wie man in einer engen Bindung seine eigenen Interessen und Wünsche vertritt. Gut möglich, dass ihm das dann in seiner Ehe nicht gut gelungen ist. Und jetzt tut er sich bei Ihnen schwer, einen angemessenen Ton zu finden.

Der angemessene Ton, wie ich es nenne, das ist immer ein höflicher Ton. „Könntest du dir vorstellen, dass ..“ – das ist eine höfliche Formulierung. „Ich würde mir wünschen, dass ..“ ist eine andere. Wir müssen lernen, in einer Partnerschaft  höflich  und respektvoll miteinander zu reden, wenn wir eine wirklich lebendige, stabile und glückliche Partnerschaft wollen. Vorwürfe und Kritik dagegen verhärten die Fronten.

Ich kann auch Ihnen nur zu diesen höflichen Vorgehensweisen raten. Sie deuten an, dass er auf Kritik empfindlich reagiert. Wer von uns tut das nicht! Wir leben nicht in einer Partnerschaft, um vom anderen kritisiert zu werden. Wir wollen Anerkennung, Bestätigung, Wertschätzung und Respekt.

Viele Ehen zerbrechen nicht an den Unterschieden zwischen den Partnern und den Streitthemen, sondern daran, dass die positive Zuwendung zum anderen zu gering ist. Wir suchen Anerkennung  und Wertschätzung in einer Partnerschaft. Bekommen wir Sie, dann ist die Beziehung stabil. Gut möglich, dass Sie selber noch einiges dazu lernen können, wie man Anerkennung und Wertschätzung ausdrückt. Tagtäglich! Gut möglich, dass auch Ihr Partner noch viel darüber lernen kann. Er muss bereit sein, jeden Tag für Sie da zu sein. Jeden Tag ein nette Wort, eine nette Geste, eine wertschätzende Äußerung über Ihre Stärken, über Ihre Fähigkeiten. Tut er das? Tun Sie das? Hier spielt die Musik. Nicht bei der letzten Beziehung. Die ist vorbei.

 

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