Die Liebesblogger

Er hat ein paar Corona-Pfunde zu viel und braucht mehr Bewegung

„Mein Partner hat sich in den vergangen Monaten gehen lassen. Wie bringt man ihm oder ihr schonend bei, dass man sich von den Extrakilos sexuell weniger angezogen fühlt? Denn ich selbst habe weiterhin Sport getrieben und versuche mich auch für ihn jeden Tag trotz Pandemiemodus hübsch zu machen.“

 

Wenn ich im Park unterwegs bin, sehe ich neuerdings sehr viel mehr Joggerinnen und Jogger als noch vor einem oder vor zwei Jahren. Viele von ihnen kämpfen ganz offensichtlich mit den Pfunden. Ich selber gehe auch ab und an und laufe eine Runde. Wir haben uns in den zurück liegenden Monaten zu wenig bewegt. Und etwas zu viel gegessen. Vier Kilogramm mehr hat mich die Pandemie gekostet.

Und das ist noch wenig, verglichen mit dem Durchschnitt. Fast die Hälfte der Deutschen hat zugenommen, im Schnitt um 5,6 Kilogramm. Vor allem die 30- bis 44-Jährigen hat es erwischt. Möglicherweise ist Ihr Partner ja auch in dieser Altersgruppe. Sie sehen: Er ist nicht der einzige dem es so ergangen ist. Ich bin also zunächst einmal für Milde. Wirklich einfach hatten es die wenigsten von uns in den letzten 15 Monaten.

Gleichwohl stimmt im Moment erkennbar bei den meisten Menschen die Richtung ihrer Gewichtsveränderung überhaupt und gar nicht. Deshalb  leuchtet mir auch Ihre Position ein: Gerade in diesen Zeiten der zu langen Haare (es gab keinen freien Friseurtermin mehr), der zunehmenden Zahl von Männern die einen formlosen Bart tragen (sie haben keine Lust zum rasieren) und der steigenden Zahl von Menschen, die zu Hause nur noch Jogginghose trägt, müssen wir eine Lanze brechen dafür, dass in der Partnerschaft das Sich-gehen-lassen fehl am Platz ist. Was zählt, das ist zudem nicht der gute Wille (Ich würde ja gerne!), sondern die gute Tat (Ich mache es – sofort!).

 

Sagen Sie Ihrem Mann, dass Sie ihn alltags lieber in Jeans sehen

 

Mit oder ohne Pandemie – verabreden Sie sich zu der ein oder andere gute Tat. Die Jogginghose darf gerne angezogen werden – zum Joggen. Sagen Sie Ihrem Mann, dass Sie ihn alltags lieber in Jeans sehen. Kein Vorwurf – aber eine klare Ansage.

Das alles anzusprechen ist immer wieder ein Balanceakt. Sie müssen und Sie sollten schon deutlich sagen, was Sie sich wünschen, keine Frage. Gleichzeitig warne ich eindrücklich vor Beschuldigungen und Übertreibungen in jeder Form. Wegen ein paar Kilo nimmt das sexuelle Interesse kaum je ab, bei Männern nicht und auch bei Frauen nicht. Das hat meist tiefer liegende Gründe.

Kann es sein, dass die abnehmende Erotik mehr mit dem aufeinander Hocken zu tun hat? Das beklagen viele Paare. Gehen Sie sich einfach mal aus dem Weg. Vielleicht lässt sich Ihr Unwille über die Nachlässigkeit Ihres Partners und die abnehmende Erotik ja durch einen Aufenthalt mit einer Freundin in einem jetzt wieder geöffneten Hotel reduzieren. Und sagen Sie, was für ein Outfit Sie sich wünschen, wenn Sie wiederkommen, damit Sie sich mehr aufeinander freuen.

 

Jogger haben mehr Sex

 

Machen Sie – erreichbare – Ziele miteinander aus, wie Sie es schaffen trotz Homeoffice aneinander zu freuen. Zum Beispiel lassen sich  gemeinsame Verabredungen zu gesünderer Ernährung treffen. Es fällt leichter, zusammen so etwas anzugehen.

Am langen Ende ist allerdings auch ein klarer und deutlicher Hinweis auf die erotisierende Wirkung von partnerschaftlicher Bemühung, von hinreichender Körperpflege und auch von Sport auf die gemeinsame Sexualität nicht verkehrt. Es gibt Studien, die klar belegen, das Jogger mehr Sex haben. Für Yoga gilt das gleiche. Vielleicht schubsen Sie ihn in Zukunft öfter mal vor die Tür, zum Beispiel in den nahen Park. Wenn wir etwas für uns und unser eigenes Wohlergehen tun, dann können wir auch besser für den anderen da sein.

So ein Parkaufenthalt unter Gleichgesinnten und mit reichlich Bewegung hebt die Stimmung, ich kann das aus eigener Erfahrung nur bestätigen. Zweieinhalb Kilo sind bei mir schon wieder verschwunden. Ich gebe es zu: Die richtige Ansprache meiner Frau hat da wahre Wunder gewirkt.

 

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2 Kommentare

  1. Jutta

    Ich wäre da etwas vorsichtiger mit einer Einschätzung. Ist es tatsächlich ein „Sich gehen lassen“? Die lang andauernden Einschränkungen durch Corona, die damit verbundenen Ängste und Unsicherheiten verkraftet und verarbeitet jeder anders. Auch da ist es wichtig und gut, für einander da zu sein – unabhängig von der Anzeige auf der Waage oder der momentanen Anzugsordnung. Vielleicht dauert es bei manchen Menschen etwas länger, sich wieder zu aktivieren und „aufzuraffen“ Es war für alle Menschen eine noch nicht da gewesene Situation. Ich plädiere für etwas mehr Geduld und Nachsicht.

  2. Paul

    Jogginghosen, zumal eng anliegend, sich um wohlgeformte Körper schmiegend, sind eine nicht unattraktive Aussensicht. Auch wenn diese Beneidenswerten statistisch öfter Sex haben sollten, sagt uns keine Statistik ob diese Menschen in ihrem Inneren mit sich im Reinen oder glücklicher sind.

    Abgesehen von unterschiedlichen Arbeitskleidungen im Homeoffice, auf Baustellen, in Werkstatt und Produktion, im Büro und Verkauf, in Pflege und Krankenhaus sowie in der Landwirtschaft, sind meines Erachtens die Erotikfaktoren Kleidung und Gewicht zwei nicht unwichtige Aspekte, jedoch nicht die einzig wichtigen.

    Wer tagsüber mit anderen Menschen zusammen war, kann abends etwas Neues erzählen, kann von Erfolgen berichten und gemeinsam Probleme wälzen. Ich meine damit keine Selbstinszenierung als „toller Hecht“ – ich meine das Wort von Martin Buber „Der Mensch wird am Du zum Ich“.

    Ein attraktiver Mensch besteht ja nicht nur aus einem schönen Körper. Die Attraktivität für eine Partnerschaft oder Ehe oder Freundschaft bestimmen m. E. vielmehr die Seele und das Herz die in diesem Körper wohnen, das Selbstvertrauen bis hin zum Timbre der Stimme – die buchstäblich Bände spricht.

    Umso mehr DUs ich also begegne, und an denen ich im Buberschen Sinn wachsen und reifen kann, umso attraktiver kann mein ICH werden.

    Eine Erfolgsgarantie gibt’s dabei nicht. Verbitterung, Depression und innerlich gekündigte (Ehe-) Partner und Mitarbeiter gab’s auch vor Corona schon genügend. Dieses Virus hat „nur“ den salzigen Finger in die offenen Wunden gelegt und rührt darin, bis wir merken dass es tägliche Aufgabe ist, für die Mitmenschen ganzheitlich attraktiv zu bleiben.

    In diesem Sinne wünsche ich uns allen viel mehr redliche und aufrichtig DUs, die sagen wessen sie bedürfen, die aufzeigen welche (geheimen) Wünsche und Träume sie haben, und freue mich auf die attraktiveren ICHs.

    Fazit
    Dein ICH ist mein DU.
    Mein ICH ist dein DU.

    Gibt es etwas Schöneres als füreinander attraktiv zu sein?

    Zum Schluss noch ein Text:

    „Unsere tiefste Angst ist es nicht,
    ungenügend zu sein.

    Unsere tiefste Angst ist es,
    dass wir über alle Maßen kraftvoll sind.
    Es ist unser Licht, nicht unsere Dunkelheit,
    das wir am meisten fürchten

    Wir fragen uns, wer bin ich denn,
    um von mir zu glauben, dass ich brillant,
    großartig, begabt und einzigartig bin?
    Aber genau darum geht es,
    warum solltest Du es nicht sein?

    Du bist ein Kind Gottes.
    Dich klein zu machen nützt der Welt nicht.
    Es zeugt nicht von Erleuchtung, dich zurückzunehmen,
    nur damit sich andere Menschen um dich herum
    nicht verunsichert fühlen.

    Wir alle sind aufgefordert, wie die Kinder zu strahlen.
    Wir wurden geboren, um die Herrlichkeit Gottes,
    die in uns liegt, auf die Welt zu bringen.
    Sie ist nicht in einigen von uns,
    sie ist in jedem.

    Und indem wir unser eigenes Licht scheinen lassen,
    geben wir anderen Menschen unbewusst die Erlaubnis,
    das Gleiche zu tun.

    Wenn wir von unserer eigenen Angst befreit sind,
    befreit unser Dasein automatisch die anderen.“

    Nach Angaben im Internet aus einer Rede von Nelson Mandela. Der Text stammt ursprünglich aus dem Buch „Rückkehr zur Liebe“ Von Marianne Williamson.

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