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Wie ändere ich meinen Mann?

Die Frage „Wie ändere ich meinen Mann?“ ist eine der wichtigsten Fragen unserer Zeit. Kein Scherz. Ich meine das ernst. Fragen Sie Ihre Freundinnen. Fragen Sie Ihre Freunde. Das klare Ergebnis: Die allermeisten Frauen suchen heute nach einer Antwort auf die Frage, wie um alles in der Welt der Mann an ihrer Seite wohl zu ändern ist. Und – zugegeben – auch wir Männer fragen uns ab und an „Wie ändere ich meine Frau?“. Es handelt sich also gewissermaßen um eine der Grundfragen einer jeden modernen Partnerschaft.

Bei ihrer Suche nach Antworten tappen die Beteiligten bislang weitgehend im Dunkeln. Das hat Gründe. Viele Beziehungsexperten behaupten, den Partner zu verändern, das sei unmöglich. Den Partner verändern – das geht nicht! – so hören wir es wieder und wieder. Auch wohlmeinende Freunde hauen in die gleiche Kerbe und bestätigen uns diese Ansicht. Dabei ist sie grundfalsch. Ein Mythos – mehr nicht.

 

Beide Partner verändern sich – auch charakterlich

 

Die Forschung unterstützt diese These denn auch nicht. Die Wissenschaft kommt vielmehr genau zu dem gegenteiligen Ergebnis: In einer langfristig stabilen Partnerschaft verändern sich in der Regel beide Partner tiefgreifend. Der Grund: Die große Nähe in einer Beziehung bleibt nicht ohne Folgen. Jeder guckt sich beim anderen etwas ab. Und so werden sich die Partner über die Zeit immer ähnlicher – auch charakterlich.

Solche Veränderungen des Charakters haben allerdings erkennbare Grenzen. Der menschliche Charakter ist zwar formbar, aber nicht beliebig zu verändern. So wird aus einem Planungs-Fan zum Beispiel kein Spontanitäts-Apostel. Ein Currywurst-Fan mutiert nicht zu einem Gesundheitsapostel. Und aus einer Chaotin wird schließlich auch keine ordnungsliebende Frau. Das Ausmaß der nötigen Veränderung ist in all diesen Fällen schlicht zu groß. Trotzdem versuchen Menschen in einer Partnerschaft ganz ohne Frage genau das immer wieder. Sie wollen den anderen unbedingt von der eigenen Sicht der Dinge überzeugen, obwohl die Ansichten der Beteiligten himmelweit auseinander liegen. So wie Rolf.

 

Die Grenzen der Veränderbarkeit

 

Rolf ist ein ausgesprochen ordnungsliebender Mann. Das Problem ist, er hat sich ausgerechnet in eine bekennende Chaotin verliebt. Zu Anfang sieht er nur die Vorteile, die diese Wahl ihm verspricht. Die nette Chaotin ist spontan, gefühlsvoll und impulsiv. Sie hat das, was ihm fehlt. Deshalb fühlt er sich zu ihr hingezogen. Sind die beiden aber erst einmal ein Paar, beginnt sein „Umerziehungsprogramm“. Rolf will seine Chaotin unbedingt verändern – und sie verweigert sich. Natürlich! Sie will keine Pedantin werden. Das passt nicht zu ihr. Sie ist glücklich mit ihrem Charakter – oder hat sich zumindest ganz gut daran gewöhnt, dass sie so ist, wie sie nun einmal ist. Rolfs „Umerziehungsprogramm“ scheitert am Ende kläglich, die Beziehung zerbricht. Und ihr unrühmlicher Schluss liefert allen Beteiligten gute Argumente dafür, dass sich ein Partner nun mal nicht verändern lässt.

Der wichtigste Grund für das absehbare Ende der Beziehung: Die dauernde Kritik von Rolf („Musst du deinen Rucksack immer im Flur liegen lassen.“) untergräbt die Gefühle des Paares ebenso wie die bald einsetzende Gegenkritik („Du nervst.“) seiner Partnerin. Menschen sind nicht in einer Partnerschaft, um sich kritisieren zu lassen. Sie wollen Anerkennung, Wertschätzung und Respekt. Und sie wollen verstanden werden.

 

Das Verhalten des Partners verändern

 

Aber ist es überhaupt nötig, den Charakter des Partners zu verändern, um glücklich und zufrieden zu sein? Gute Frage. Die Antwort lautet: Nicht unbedingt. Weit flexibler als unser Charakter ist ein ganz anderer Teil von uns, der auf eine Partnerschaft einen großen Einfluss hat – unser Verhalten. Auf das konkrete Verhalten Ihres Partners haben Sie weitaus mehr Einfluss als auf seinen Charakter. Und sein Verhalten ist auch erheblich einfacher zu verändern. Ein Beispiel? Gerne!

Paul und Lena sind vor einigen Wochen zusammengezogen. Die beiden sind zwar erst seit neun Monaten ein Paar, trotzdem konnten sie es kaum erwarten, endlich, endlich ein gemeinsames Zuhause zu haben. Leider haben sich dadurch auch Probleme ergeben. Noch vor ein paar Wochen hat Paul Lena überschwänglich begrüßt, wann immer sie sich trafen. Kein Wunder. Immerhin sind die beiden noch nicht lange zusammen. Sie sind noch in der Verliebtheitsphase, der Zeit also, in der eine Vielzahl von Hormonen uns oft schon beim bloßen Gedanken an den anderen in einen seelischen Ausnahmezustand versetzt. Was sich durch das Zusammenziehen wohl kaum verändert haben dürfte.

Und doch ist nach dem Zusammenzug etwas anders geworden: Pauls Verhalten. Er begrüßt Lena jetzt nicht mehr voller Freude – um es vorsichtig auszudrücken. Vor ein paar Tagen bleibt er sogar einfach vor dem Fernseher sitzen, als Lena nach einem langen Arbeitstag nach Hause kommt. Eine Weile steht sie ratlos und mit hängenden Schultern im Flur und schaut zu Paul hinüber. Sie mag seinen trockenen Humor und seine dunklen, lockigen Haare, durch die sie gerne mit ihren Fingern fährt. „Mein Wuschel“ nennt sie ihn dann und fühlt sich ihm ganz nahe.

Doch im Moment sitzt ihr „Wuschel“ auf dem dunkelblauen Sofa, das sie zum Einzug von Freunden geschenkt bekommen haben und schaut in den Fernseher, den sie sich von ihrem ersten Gehalt geleistet hat. Und macht keine Anstalten, sie durch seine Haare wuscheln zu lassen.

Ist das wirklich der gleiche Mann, der erst neulich noch die Finger nicht von ihr lassen konnte wenn sie sich sahen? Lena macht sich Sorgen – zurecht. Ihr Vertrauen in seine Verlässlichkeit ist in Gefahr. Sie ist enttäuscht von dieser rasanten Veränderung seines Verhaltens. Von einer leidenschaftlichen Begrüßung mit Umarmung und einem richtigen Kuss hin zu einem belanglosen „Hallo Schatz“ in gerade einmal vier Wochen – was für ein atemberaubendes Tempo!

 

Soll Lena Pauls Verhalten akzeptieren?

 

Der Alltag holt die beiden eben ein, mit diesen Worten könnten Sie Pauls Verhalten jetzt erklären. Das ist richtig. Es fragt sich aber schon, ob Lena mit Pauls Verhalten glücklich und zufrieden ist. Sie ahnen es sicherlich: Lena ist überhaupt nicht damit einverstanden, dass der gleiche Mann, der sie noch vor vier Wochen zur Begrüßung stürmisch umarmt und geküsst hat, jetzt gebannt vor dem Fernseher sitzt und ein liebloses Hallo Schatz murmelt.

Und ich stimme Lena zu. Sie hat alles Recht dieser Welt, sich ein anderes Verhalten von Paul zu wünschen. Die Frage ist doch ganz einfach: Was ist wichtiger, der Fernseher oder Lena? Und von Pauls Antwort, der angesichts der Tatsache, dass sie jetzt zusammen wohnen, zu dem Schluss gekommen ist, dass der Fernseher wichtiger ist, braucht Lena nicht begeistert zu sein. Ist sie auch nicht. Sie ist vielmehr irritiert und enttäuscht. Und ein wenig sauer ist sie auch. Höchste Zeit etwas zu unternehmen.

Lena sollte Paul Verhalten nicht einfach so hinnehmen. Lena sollte für sich und ihr Bedürfnis nach einer richtigen Begrüßung einstehen. Sie sollte darauf bestehen, dass sie sich auch nach dem Zusammenziehen eine Umarmung und einen Kuss zur Begrüßung wünscht. Und möglicherweise mehr als nur wünscht. Gut möglich, dass sie eine Umarmung und einen Kuss braucht, um dauerhaft glücklich mit Paul zu bleiben. Wenn Lena das alles braucht, dann ist es in meinen Augen nur recht und billig, dass Paul das auch erfährt. Was sonst sollte ihn dazu bewegen, Lena wieder so zu begrüßen, wie zuvor?

Lena sollte Paul nach meiner Überzeugung also verändern. Braucht Paul dazu einen anderen Charakter, eine Generalüberholung gleichsam? Das klingt nicht sehr wahrscheinlich. Immerhin hat sein Charakter es noch vor wenigen Wochen zugelassen, dass er bei der Begrüßung zugewandt und hingebungsvoll war. Lena muss nicht Pauls Wesen ändern – sondern sein Verhalten. Darauf sollte sie sich konzentrieren.

 

 

Die Vorteile des Verändern-Wollens

 

Den Partner zu verändern, das ist nicht nur möglich, es ist sogar unerlässlich, wenn eine Beziehung dauerhaft glücklich bleiben soll. Das ist eine der zentralen Thesen dieses Buches. Den anderen zu verändern, das ist also nicht nur möglich, sondern oft schlicht unerlässlich, wenn die Partnerschaft Bestand haben soll. Denn das aktive Verändern-Wollen des Partners trägt positive Früchte. Das ergab auch eine der größten repräsentativen Paarstudien der Welt. Hierfür hat die Psychologin und Soziologin Terri Orbuch junge Paare in den ersten Jahren ihrer Beziehung untersucht. Das spannende Ergebnis: Paare die sich ernsthaft bemühen den anderen zu verändern, sind einige Jahre später mit einer größeren Wahrscheinlichkeit noch immer zusammen, als Paare die den Anderen einfach so lassen wie er ist – und sich nicht mit ihm auseinandersetzen.

Wer es unterlässt, den Partner zu verändern, der geht also einen gefährlichen Weg. Er setzt sich schlicht zu wenig für sich und seine Bedürfnisse ein. Das macht auf Dauer unzufrieden und schädigt eine Partnerschaft deshalb an der Wurzel. Den Partner zu verändern und sich diese Veränderung auch zu wünschen kann Paaren also durchaus den schmerzhaften Gang zum Scheidungsrichter ersparen. Das gilt sinngemäß auch für Lena und Paul, die über das Heiraten und Kinderkriegen noch nicht ernsthaft gesprochen haben. Lena will zunächst einmal ihre Doktorarbeit abschließen. Und Paul ist gerade in der Probezeit bei einer neuen Firma.

Akzeptiert Lena, dass sich Paul zur Begrüßung nicht einmal mehr erhebt und ihm der Fernseher wichtiger ist als ihr Heimkommen, dann geht ihre Partnerschaft möglicherweise einen schwierigen Weg. Lena und Paul wären nicht das erste Paar, das schon bald nachdem sie zusammen gezogen sind, feststellt, dass ein zu liebloser Umgang miteinander ihre vorher ach so große Liebe innerhalb von einigen Monaten zermürben kann. Denn Verliebtheitshormone sind nur ein Grund für die tollen Gefühle, die die Anfangszeit einer Liebe so besonders machen. Der andere: Wir verhalten uns oft und gerne zugewandt. Wir sind füreinander da. Und das fühlt sich sehr gut an – auch nach dem Ende der Verliebtheit.

 

Romantik als Hemmschuh

 

Den Partner verändern – das ist unerlässlich, wenn eine Beziehung glücklich und stabil bleiben soll. Leider bläst dieser Ansicht noch aus einer ganz anderen Richtung der Wind scharf ins Gesicht. Uns allen dient das romantische Liebesideal als ein entscheidender Maßstab für gut und richtig – und führt uns leider oft in die Irre. Das romantische Liebesideal fordert, den Partner oder die Partnerin ganz umstandslos zu lieben, so wie er oder sie eben ist. Und sich keine auch noch so kleine Änderung zu wünschen. Der andere ist perfekt. Veränderungen? Nicht nötig!

Das ist, mit Verlaub, grober Unfug. Der Vorsatz, den Partner so zu nehmen wie er ist und ihn nicht zu verändern übersteht kaum jemals die ersten zwölf Monate, die spannende Zeit der Verliebtheit also. Nur in diese Zeit passt er wirklich hinein.

Romantik ist eine feine Sache. Romantik ist für eine Beziehung gut und wichtig, wenn es dabei um romantische Handlungen geht wie ein sommerliches Überraschungspicknick bei Mondaufgang oder Blumengeschenke ohne jeden Anlass. Kein Problem. Wenn Romantik bedeutet, das ein Mann seine Frau zur Begrüßung voller Freude küsst und umarmt – auch kein Problem.

Ganz anders sieht es aber aus, wenn wir uns die Wirkung von romantischen Liebesklischees anschauen. Romantische Liebesklischees können einer Liebe großen Schaden zufügen. Etwa wenn einer der Partner der Überzeugung ist, dass in einer Partnerschaft alleine die Gefühle zählen und er nichts tun muss für den Bestand seiner Beziehung. Oder aber wenn wir der festen Überzeugung sind, dass wir jede noch so abseitige Verhaltensweise des Partners oder der Partnerin liebevoll tolerieren müssen – wenn wir ihn denn nur wahrlich wirklich lieben!

 

 

Den Partner verändern

 

Den Partner verändern – das ist unerlässlich, wenn eine Beziehung glücklich und stabil bleiben soll. Es wäre gut, wenn uns allen diese Erkenntnis schon bei unserem Schwelgen in der anfänglichen Harmonie der Verliebtheit hoch oben auf Wolke Sieben bewusst wäre. Realismus tut Not. Das gilt auch für viele Beziehungsexperten. Auch sie ignorieren die Fakten weitgehend. Sie sind nicht dafür, den Partner zu verändern und plädieren stattdessen für Akzeptieren und für Toleranz. Ich habe nichts gegen Akzeptieren und auch nicht gegen Toleranz. Jede Partnerschaft braucht eine Menge von diesen beiden Haltungen. Legt der Partner aber mit seinem Verhalten die Axt an die Wurzeln der Beziehung, dann ist weder akzeptieren noch tolerieren die richtige Reaktion.

Sollte Lena etwa lernen, Pauls Verhalten zu akzeptieren? Besser nicht.

Was ihre Partnerschaft braucht, das ist das klare Bewusstsein von der Notwendigkeit, den Partner zu verändern. Was sie braucht, das ist der Mut, die Dinge anzusprechen. Und sie braucht das Wissen um geeignete Mittel und Wege, um das Ziel auch zu erreichen. Und dann braucht sie noch einmal Mut – um entsprechend zu handeln.

Das gilt nicht nur für Verhaltensweisen des Partners, mit denen wir überhaupt nicht zurecht kommen. Auch wenn wir uns nur einfach wohler fühlen würden wenn der Partner das ein oder andere an seinem Verhalten ändert, steht es uns zu, uns genau das nicht nur still und heimlich zu wünschen oder zu erhoffen. Wir dürfen und wir sollen uns vielmehr auch aktiv dafür einsetzen, dass aus unseren Wünschen Realität wird.

 

Was wollen Sie an Ihrem Partner ändern?

 

Den Partner verändern – das ist unerlässlich, wenn eine Beziehung glücklich und stabil bleiben soll. Diese Erkenntnis gilt nicht nur für Lena – sie gilt auch für Sie. Für Sie und Ihr Leben. Für Ihre Partnerschaft. Für Ihre Ehe. Wie sieht es aus mit Ihnen und Ihren Wünschen, Ihren Partner zu verändern? Dieser Frage werden wir nachgehen im Verlauf dieses Buches. Es geht um die Frage, was Sie in Ihrer Beziehung verändern wollen. Und es geht darum, wie Sie dieses Ziel auch erreichen können.

 

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5 Kommentare

  1. Manfred Böttcher

    7. April 2018 at 20:52

    Es jst alles richtig, was Sie sagen, doch ist die „Weisheit“, dass man einen Partner nicht verändern darf, so in die Gehirne gemeißelt, dass man kaum Chancen hat, auf seine Veränderung hinzuwirken. Tut man es dennoch, kommt es dann zu Vorhaltungen und einem Konflikt.
    In unserem Fall war es so, dass wir uns ohne Worte indirekt verändert haben – durch Abschauen und hohe Wertschätzung des Partners sowie Respekt vor ihm. Übrigens, wir waren 45 Jahre verliebt, weil wir uns so geliebt und geschätzt haben. Es war daran zu merken, wenn wir uns trafen, das Herz höher schlug und wir uns umarmten oder küssten. Leider machte der Krebstod meiner Frau schon im Alter von 62 Jahren dem ein Ende. Es erscheint kaum möglich, eine solche Frau auch nur annähernd wiederzufinden. Dabei spielt eine Rolle, dass die Gesellschaft und die Menschen sich stark verändert haben.

    • Hallo Herr Böttcher,
      Ihr Text hat mich sehr berührt. Es ist toll, wie Sie Ihre Liebe erlebten, Sie können stolz darauf sein! Gleichzeitig tut es mir leid, dass Sie mit Ihrer Frau das Leben nicht „zu Ende leben“ konnten, durch diese schlimme Erkrankung…
      Ich liebe auch seit vielen Jahren (20) einen Mann, der aber sehr krank ist. Ich bin noch viel jünger als er, und wir leben aufgrund seiner Erkrankung sehr eingeschränkt, denoch vermisse ich nichts. Und das Herzklopfen ist auch noch immer da. – Ich wünsche Ihnen alles Gute!

  2. Hallo,
    mir fehlt bei dem Thema eine wesentliche Unterscheidung: mir die Veränderung des Verhaltens von meiner Partnerin zu wünschen versus sie direkt zu verändern zu wollen.
    Im ersten Fall gehe ich den „Umweg“ über ihre Zustimmung zu meinem Änderungswunsch. Doch dies ist für mich kein Umweg, sondern ein nachhaltiger Weg.
    Wir sind freie Wesen, wenn wir dies im anderen würdigen, wecken wir viel eher die Bereitschaft, auf Wünsche des anderen einzugehen. Fühlen wir uns hingegen unter Druck gesetzt, weckt das viel eher offenen oder – viel gefährlicher – unterschwelligen Widerstand. Das endet dann in wenig freudvollen Beziehungen, in denen jeder am anderen herumschraubt.
    Den anderen mit allen Macken bedingungslos hinzunehmen ist tatsächlich auch nicht sehr erfolgversprechend. Aber Wünsche äußern mit Respekt für die Freiheit des anderen, damit mache ich die besten Erfahrungen.

    • Christian Thiel

      9. April 2018 at 15:08

      Saleem,
      die wichtigste Regel für jede Veränderung lautet: Höflichkeit. Oder anders ausgedrückt: So lange wir im Bereich der Positivität verbleiben, könne wir uns Veränderungen wünschen oder wir können sie sogar ganz ohne das Wissen des Partners herbeiführen. Alles kein Problem.
      Auch in der Kindererziehung setzen wir heute ja auf diese Strategien: Wir loben. Interessanterweise weigern sich viele Menschen, den Partner zu loben, obwohl sie es bei ihren Kindern für eine sehr gute Idee halten. Den Partner aber wollen sie unbedingt kritisieren (also mit Negativität verändern). Am Ende sind sie ganz erstaunt, dass es mit Negativität einfach nicht klappen will. Mich als Berater wundert das natürlich nicht. Menschen sind mit Kritik, Vorwürfen und langen Beziehungsgesprächen nicht zu ändern – mit Lob, Anerkennung und Wertschätzung aber wohl.
      Schöne Grüße aus Berlin
      Christian Thiel

  3. Lieber Christian,
    hab lieben Dank für deinen interessanten Blog. Du hast für mich noch einmal sehr schön zusammengefasst, dass man zwar den Charakter eines Menschen schwer ändern kann, aber auf das Verhalten des Partners schon Einfluss hat. Diese Frage ist auch häufig Thema bei mir in der Beziehungsberatung. Und ich würde sogar einen Schritt weiter gehen. So wie du Paul beschreibst, ist er sehr glücklich in seiner Beziehung mit Lena. Und demzufolge wird auch er sich wünschen, dass Lena glücklich mit ihm ist. Und wenn Lena Paul jetzt mitteilt, was sie sich von ihm wünscht, da kann ich mir gut vorstellen, dass Paul Lena diesen Wunsch von Herzen gern erfüllt.
    Gern empfehle ich dein Buch „Liebe ist, den Partner nicht so zu nehmen wie er ist“ weiter.
    Liebe Grüße aus Dresden, Kathrin Nake
    http://beziehungsberatung-nake.de/

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